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Wann Schnittlauch pflanzen: So pflanzt Du richtig

Veröffentlicht: 07.02.2026
Lesezeit: 5 Min.

Praktische Anleitung, um zu wissen, wann Schnittlauch zu pflanzen ist, inklusive bester Zeiten, Standortwahl, Vorbereitung und einfacher Pflegeschritte für reiche Ernte.

Wann Schnittlauch pflanzen: Der ideale Zeitpunkt für Garten und Topf

Das Frühjahr als Hauptpflanzzeit

Wenn Du Dich fragst, wann es am sinnvollsten ist, Schnittlauch zu pflanzen: Im Garten hat sich bei mir das Frühjahr bewährt. Sobald der Boden frostfrei und abgetrocknet ist, kannst Du loslegen. In Bayern warte ich im Schrebergarten meist bis nach den Eisheiligen (Mitte Mai - für andere je nach Region 1 -3 Wochen früher/später) mit dem Auspflanzen zarter Jungpflanzen; robuste Teilstücke setze ich oft schon Ende März/Anfang April.

  • Februar/März: Vorkultur auf der hellen Fensterbank
  • März/April: Teilung älterer Horste und Pflanzung ins Beet, wenn der Boden bearbeitbar ist
  • Ab Mai: Auspflanzen vorgezogener Jungpflanzen ins Freiland (frostfrei)

Ich habe festgestellt: Früh gepflanzte Teilstücke starten kräftig durch und liefern schon im Frühsommer die ersten ordentlichen Büschel.

Pflanzen im Herbst für einen Frühstart

Herbstpflanzung (September/Oktober) funktioniert gut, wenn der Boden noch warm ist. Die Wurzeln wachsen dann noch an, und im Frühjahr kommt der Schnittlauch früher in Schwung. Ich setze die Horste in lockeren, mit Kompost versorgten Boden und mulche leicht. Bei mir im Garten funktioniert das gut bis zu den ersten kräftigen Frösten.

Schnittlauch im Topf: Zeitpunkt flexibler gestalten

Im Topf bist Du flexibler. Ich topfe Jungpflanzen fast ganzjährig um, solange das Substrat nicht gefriert. Vorkultur auf der Fensterbank ab Februar funktioniert zuverlässig. Für die Balkonpflanzung wähle ich April bis Mai. Für die Winterernte habe ich gute Erfahrungen damit, im Herbst einen Gartenhorst auszugraben, ihn im Topf einige Wochen kühl zu stellen und dann hell und mäßig warm antreiben zu lassen.

So findest Du den perfekten Standort und bereitest den Boden vor

Sonne oder Halbschatten: Was Schnittlauch wirklich mag

Schnittlauch mag es hell: Sonne bis Halbschatten ist ideal. Bei mir wachsen die Horste am üppigsten bei 4–6 Sonnenstunden am Tag. In der prallen Mittagssonne auf trockenem Boden werden die Halme schnell hart; etwas Schatten am Nachmittag tut gut.

Der richtige Boden für kräftiges Wachstum

Locker, humos, frisch bis gleichmäßig feucht und gut durchlässig – so fühlt sich Schnittlauch wohl. Der pH-Wert darf neutral bis leicht kalkhaltig sein. Schwere Böden lockere ich mit Sand oder feinem Splitt auf, magere Beete erhalten eine Portion reifen Komposts. Staunässe verträgt Schnittlauch gar nicht.

Vorbereitung des Beets oder Topfes

Im Beet lockere ich den Boden spatentief, arbeite 1–2 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter ein und ziehe die Oberfläche fein krümelig ab. Eine Handvoll Hornspäne verteilt sich gut für den Start.

Im Topf nutze ich Gefäße ab 20 cm Durchmesser mit Abzugslöchern. Unten kommen 2–3 cm Blähton als Drainageschicht hinein, dann ein lockeres Substrat aus Kräutererde mit etwas Kompost und Sand. Das Substrat befeuchte ich vor dem Pflanzen leicht.

Schritt für Schritt: So pflanzt Du Schnittlauch richtig ein

Aussaat oder Teilen: Zwei Wege zum Erfolg

Aussaat: Für die Vorkultur fülle ich Anzuchtschalen mit feiner Erde, säe dicht in Reihen und bedecke die Saat nur hauchdünn (maximal 0,5 cm) oder drücke sie an. Keimtemperatur 15–20 °C, Keimdauer etwa 10–20 Tage. Gleichmäßig feucht halten.

Teilen: Alte Horste lassen sich mit Spaten oder Messer in handtellergroße Stücke mit mehreren Trieben teilen. Ich setze die Teilstücke frisch ein; das geht im März/April und im September besonders gut.

Die richtige Pflanztiefe und der Abstand

  • Jungpflanzen/Teilstücke: So tief pflanzen, wie sie zuvor standen (Wurzelhals knapp über der Erdoberfläche).
  • Aussaat im Freiland: Saat flach abdecken, maximal 0,5 cm.
  • Abstand: 20–25 cm zwischen den Horsten; in der Reihe locker setzen, damit Luft durchzieht.

Nach dem Einsetzen drücke ich die Erde rund um den Horst gut an und gieße gründlich, bis der Boden satt durchfeuchtet ist.

Schnittlauch pflanzen im Topf: Das besondere Vorgehen

  1. Drainageschicht einlegen, Topf zu zwei Dritteln mit Substrat füllen.
  2. Pflanze mittig einsetzen; bei einem 20-cm-Topf passen 3–5 Jungpflanzen zusammen.
  3. Mit Substrat auffüllen, leicht andrücken, sodass die Halme frei stehen.
  4. Gründlich angießen, Untersetzer nach einigen Minuten leeren.

Ich stelle Töpfe auf dem Balkon gerne leicht windgeschützt auf – so trocknet das Substrat nicht so schnell aus.

Diese Pflege braucht Dein Schnittlauch nach dem Pflanzen

Wässern in den ersten Wochen

Gleichmäßige Feuchte ist das A und O. Besonders in den ersten vier Wochen gieße ich regelmäßig, ohne zu fluten. Die Fingerprobe hilft: Fühlt sich die obere Erdschicht trocken an, wird gegossen. Eine dünne Mulchschicht aus Rasenschnitt hält die Feuchte im Beet.

Düngen für eine üppige Ernte

Im Frühjahr bekommt der Horst eine kleine Portion Kompost. Bei Bedarf streue ich etwas Hornspäne nach. Im Topf dünge ich alle 4–6 Wochen mit einem organischen Flüssigdünger in halber Dosierung. Zu viele Nährstoffe machen die Halme weich – maßvoll ist besser.

Schnittlauch schneiden und ernten

Die erste Ernte gelingt etwa 6–8 Wochen nach der Aussaat oder schneller bei geteilten Horsten. Ich schneide die Büschel 2–3 cm über dem Boden ab, nicht einzelne Halme zupfen. So treibt die Pflanze kräftig nach.

Für zarte Halme kneife ich Knospen rechtzeitig aus. Manchmal lasse ich einen Horst blühen – die Blüten sind essbar und werden bei uns gerne von Insekten besucht.

Typische Fehler beim Schnittlauch pflanzen und wie Du sie umgehst

Der falsche Zeitpunkt: Zu früh oder zu spät

Zu früh ins nasse, kalte Beet gesät? Die Keimung stockt und Samen faulen leicht. Ich starte im Freiland erst, wenn der Boden handwarm wirkt. Zu spät im Hochsommer gepflanzt, leiden Jungpflanzen schnell unter Trockenstress – dann unbedingt schattieren und regelmäßig gießen.

Zu enger Stand und Staunässe

Zu dicht gesetzte Horste bleiben mickrig und werden anfälliger für Pilzprobleme. Halte die Abstände ein und sorge für luftige Bedingungen. Staunässe führt zu Wurzelfäule – deshalb: durchlässiger Boden, Drainageschicht im Topf und Untersetzer nicht dauerhaft mit Wasser stehen lassen.

Vergessenes Teilen alter Horste

Bleibt ein Horst jahrelang ungeteilt, vergreist er: Die Halme werden dünn und die Ernte lässt nach. Ich teile alle 2–3 Jahre im Frühjahr oder Herbst. Das verjüngt die Pflanze und sorgt wieder für kräftige, aromatische Büschel.