Tipps & Tricks

Oregano trocknen: Du bewahrst das volle Aroma

Veröffentlicht: 21.11.2025
Lesezeit: 5 Min.

Praktische Anleitung, wie du Oregano trocknest: Methoden, Lagerung und Aromaschutz für intensiven Geschmack das ganze Jahr – leicht umsetzbar für Küche und Garten.

Oregano anbauen für eine aromatische Ernte

Den richtigen Standort für Oregano wählen

Oregano liebt Sonne, Wärme und durchlässigen, eher mageren Boden. In meinem Schrebergarten steht er am wärmsten Beetrand, wo er den ganzen Tag Sonne bekommt und Regenwasser schnell ablaufen kann. Je karger der Boden, desto intensiver wird später das Aroma – üppige Düngergaben bringen zwar Masse, aber meist weniger Geschmack.

Für die Anzucht im Frühling säe ich flach in Schalen aus und halte die Saat nur leicht feucht. Lichtkeimer! Denkt daran, die Samen nicht zu bedecken. Für gute Keimraten greife ich zur Bio-Kräuter- & Aussaaterde, mit der meine Oreganosamen zuverlässig keimen*. Später setze ich die Pflänzchen mit ausreichend Abstand (ca. 30 cm) ins Beet oder in Töpfe mit Drainage.

Tipp Icon

Mein Tipp: Gerade bei feinen Samen wie Oregano ist die richtige Erde entscheidend. Mit dieser hier habe ich die besten Erfahrungen gemacht.

Entdecke die ideale Erde für deine Aussaat.*

Ein kurzer Check vor dem Pflanzen:

  • vollsonniger Platz
  • lockerer, gut drainierter Boden (Sand oder feiner Kies untermischen)
  • im Topf: Abzugslöcher und eine Schicht Blähton

Oregano pflegen und gesund halten

In meiner Erfahrung ist Oregano pflegeleicht. Gießen nur moderat – Staunässe mag er gar nicht. Ich dünge höchstens einmal im Frühling sparsam, mehr braucht er nicht. Nach der Blüte schneide ich ihn um ein Drittel zurück, so bleibt er kompakt und treibt frisch nach.

Überwintert hat er bei mir in Bayern problemlos im Beet. Bei sehr kahlen Frostnächten werfe ich etwas Reisig darüber. Im Topf stelle ich ihn geschützt an die Hauswand. Krankheiten sind selten; Schnecken ignorieren ihn meistens. Ab und zu lüfte ich die Horste, indem ich ältere Triebe im Frühjahr herausnehme – das hält die Pflanze vital.

Oregano ernten zum optimalen Zeitpunkt

Für kräftiges Aroma ernte ich an einem trockenen Morgen kurz vor der Blüte. Dann sind die ätherischen Öle besonders konzentriert. Ich schneide ganze, gesunde Triebe mit einer scharfen Ernteschere (eine Gartenschere mit ergonomischem Griff schont die Hände) etwa eine Handbreit über dem Boden.

Vor dem Trocknen schüttele ich die Triebe gründlich aus. Waschen vermeide ich, wenn möglich – Feuchtigkeit verzögert das Trocknen. Wenn doch nötig, dann kurz abspülen und sehr gut abtrocknen bzw. auf Küchenpapier antrocknen lassen. Ganze Stängel lassen sich prima bündeln; für das Trocknen im Ofen zupfe ich die Blätter schon vorher ab. Das funktioniert super.

Oregano trocknen: Einfache Methoden im Vergleich

Oregano an der Luft trocknen

So trockne ich die größten Mengen: kleine Bündel (max. daumendick) mit Bindfaden zusammennehmen, kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort aufhängen. Direkte Sonne meide ich, damit das Aroma nicht verfliegt. In Bayern klappt das in meinem Schuppen oder unterm Carport am besten.

Vorgehen in kurz:

  • Triebe bündeln und locker binden
  • Papiertütchen mit Löchern über die Bündel stülpen (fangt abbröselnde Blätter auf)
  • 7–14 Tage trocknen lassen, bis die Blätter raschelnd trocken sind

Wenn die Luft wochenlang feucht ist, nutze ich manchmal meinen Dörrautomat bei 35–40 °C. Das ist kein Muss, aber bei schwülem Wetter eine verlässliche Abkürzung.

Oregano im Ofen trocknen

Für zügige Ergebnisse breite ich die Blätter auf einem Blech mit Backpapier in einer dünnen Schicht aus. Umluft auf 40–50 °C, einen Holzlöffel in die Tür klemmen, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Je nach Menge dauert es 60–120 Minuten.

Ich prüfe alle 20 Minuten: reibt man ein Blatt zwischen den Fingern und es zerkrümelt, ist es fertig. Über 60 °C wird Oregano schnell stumpf im Geschmack – lieber Zeit als Hitze. Das funktioniert super, wenn spontan die Gewürzdose leer ist.

Oregano in der Mikrowelle trocknen

Für ganz kleine Portionen: Blätter zwischen zwei Lagen Küchenpapier auf einen Teller legen. 200–300 W, in 20–30-Sekunden-Intervallen erhitzen, zwischendurch kurz abkühlen lassen. Nach 2–4 Minuten sind die Blätter meist knusprig.

Denkt daran: Mikrowelle ist praktisch, aber das Aroma wird nicht ganz so rund wie beim Lufttrocknen. Ich nutze diese Methode nur, wenn es wirklich schnell gehen soll – zum Beispiel kurz vor dem Pizzaabend.

Oregano lagern und das Aroma bewahren

Oregano richtig aufbewahren

Nach dem Trocknen streife ich die Blätter von den Stängeln und fülle sie in saubere, gut schließende Gläser. Dunkel und kühl lagern, nicht über dem Herd – Hitze und Dampf sind Aromakiller. Ich beschrifte jedes Glas mit Sorte und Datum.

Kleiner Trick: Ich zerbrösele die Blätter erst beim Kochen. Ganze Blätter halten das Aroma länger als schon gemahlene.

Tipps für lang anhaltendes Aroma

  • Nur knochentrocken einfüllen – Blätter müssen knacken, nicht biegen.
  • Gläser höchstens zu drei Vierteln füllen, damit nichts gequetscht wird.
  • Selten öffnen und zügig wieder schließen.
  • Wer mag, legt ein kleines Beutelchen Reis daneben, um Restfeuchte zu binden.
  • Bei großer Ernte teile ich in mehrere kleine Gläser auf – so bleibt der Großteil länger unangetastet.

Wenn richtig getrocknet und gelagert, schmeckt mein Oregano auch nach einem Jahr noch kräftig. In meiner Erfahrung lohnt sich die Sorgfalt beim Trocknen doppelt in der Küche.

Oregano in der Küche verwenden

Ich nutze getrockneten Oregano fast täglich. Ein paar Lieblingsideen:

  • Tomatensauce: 1 TL Oregano pro 400 g Tomaten gleich zu Beginn mitköcheln lassen.
  • Marinade für Gemüse: Olivenöl, Knoblauch, Zitronenabrieb, Oregano und eine Prise Salz.
  • Kräutersalz: Grobes Salz mit Oregano im Mörser verreiben – herrlich auf Ofenkartoffeln.
  • Brotteig: Einen Teelöffel Oregano in den Pizzateig kneten – duftet wie beim Italiener.

Zum Schluss noch mein Schnelltrick: Oregano zwischen den Handflächen über dem Topf zerreiben – die Wärme weckt die Öle. Das funktioniert super und holt das Maximum aus deinem eigenen Gewürzglas.

FAQ

Warum sollte ich Oregano trocknen und wie beginne ich am besten mit dem Trocknen?

Aus meiner Erfahrung lohnt sich das Oregano trocknen, weil das Aroma konzentriert wird und du das Kraut das ganze Jahr nutzen kannst. Ich ernte am liebsten vormittags, wenn der Tau weg ist, binde die Stängel locker zusammen und entferne beschädigte Blätter. Für den Anfang ist lufttrocknen im Schatten die einfachste Methode.

Wann ist der beste Zeitpunkt, frischen Oregano zum Trocknen zu ernten?

Ich habe festgestellt, dass die aromatischsten Blätter kurz vor oder beim Beginn der Blüte geerntet werden sollten, am besten am späten Vormittag nach dem Trocknen des Taus. Ernte gesunde Triebe und vermeide zu sehr verholzte Äste; stark verschmutzte Blätter nur kurz abspülen und sorgfältig trockentupfen. Das wirkt sich stark auf den späteren Geschmack des getrockneten Oreganos aus.

Welche Methode ist besser für das Oregano trocknen: lufttrocknen, im Ofen oder in der Mikrowelle?

In meinem Garten trockne ich meist luftgetrocknet, weil das Aroma dabei schonend erhalten bleibt, dauert aber länger. Der Ofen ist praktisch, wenn du schnell größere Mengen brauchst; bei niedriger Temperatur und geöffneter Tür trocknen, damit die Blätter nicht verbrennen. Die Mikrowelle geht am schnellsten für kleine Portionen, birgt aber das Risiko, dass Blätter ungleichmäßig warm werden und ihr Aroma verlieren.

Wie lagere ich getrockneten Oregano am besten, damit das Aroma erhalten bleibt?

Ich bewahre getrockneten Oregano luftdicht in dunklen Gläsern an einem kühlen, trockenen Ort auf und beschrifte das Glas mit Datum. Ganze Blätter halten länger als sofort zerstoßene, deshalb zerkleinere ich erst kurz vor Gebrauch. So kannst du das Aroma deutlich länger erhalten.

Was kann ich tun, wenn mein Oregano beim Trocknen an Aroma verliert?

Ich habe festgestellt, dass zu hohe Hitze oder direkte Sonne das Aroma schnell zerstört, also lieber schonend trocknen und nicht überhitzen. Ernte zur richtigen Zeit, trockne schnell genug, aber nicht zu heiß, und lagere die Blätter ganz und luftdicht; zerkleinere sie erst vor dem Würzen. Kleine Mengen in der Mikrowelle sind praktisch, aber bei großen Verlusten setze ich wieder auf lufttrocknen oder niedrige Ofentemperatur.