Gartentipps

Welche Kräuter sind winterhart? So wählst Du die richtigen Kräuter

Veröffentlicht: 15.11.2025
Lesezeit: 4 Min.

Kurz erklärt, welche Kräuter winterhart sind, wie du sie pflanzt, pflegst und schützt, und welche Sorten sich für Balkon, Garten und Kräutergarten eignen.

Winterharte Kräuter auswählen: Diese Sorten überstehen den Winter

Ich gärtnere seit Jahren und kenne frostige Nächte bis weit unter null. Wenn du Kräuter suchst, die draußen durchhalten, lohnt sich eine kluge Auswahl. Einige Arten schlafen nur ein, andere bleiben sogar grün und versorgen dich auch im Winter noch mit Aroma.

Beliebte winterharte Küchenkräuter

Diese Kräuter haben sich bei mir im Beet und im Topf bewährt:

  • Schnittlauch – absolut robust, treibt im Frühjahr zuverlässig neu aus.
  • Thymian (Thymus vulgaris) – mag es sonnig und durchlässig; im Winter eher trocken halten.
  • Oregano (Dost) – unkompliziert, wird jedes Jahr kräftiger.
  • Salbei (Salvia officinalis) – verholzend, mit leichtem Winterschutz sehr ausdauernd.
  • Winter-Bohnenkraut (Satureja montana) – würzig und kälteresistent.
  • Minze – wuchert gerne, friert oberirdisch zurück und kommt zuverlässig wieder.
  • Zitronenmelisse – treibt im Frühling stark aus, ideal für Tee und Wasser.
  • Liebstöckel (Maggikraut) – oberirdisch weg im Winter, Wurzeln überstehen die Kälte.
  • Petersilie – zweijährig, mit etwas Schutz oft den Winter über nutzbar.
  • Rosmarin – in Bayern grenzwertig; mit geschütztem Standort und Abdeckung klappts oft.

Ich habe festgestellt: Der Standort entscheidet viel. Auf meinem windgeschützten, sonnigen Streifen übersteht Thymian die härtesten Nächte, während Rosmarin ohne Schutz schwächelt. Ein mineralischer, gut drainierter Boden macht bei mediterranen Kräutern den Unterschied.

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen

In meiner Erfahrung ist die beste Pflanzzeit für winterharte Staudenkräuter der Frühling, wenn der Boden sich erwärmt hat. In Bayern warte ich meist bis nach den Eisheiligen (Mitte Mai), vor allem bei jungen Pflanzen im Topf.

Eine zweite gute Phase ist der Frühherbst (September). Dann wurzeln die Pflanzen noch ein, bevor es kalt wird. Empfindlichere Arten wie Rosmarin setze ich aber lieber im Frühling, damit sie eine volle Saison zur Etablierung haben.

Boden vorbereiten für winterharte Kräuter

Küchenkräuter mögen lockeren, durchlässigen Boden. Ich lockere schwere Erde mit groben Quarzsand* oder feinem Kies auf und arbeite eine Schicht reifen Kompost ein. Mediterrane Arten wie Thymian, Salbei und Bohnenkraut stehen gern eher mager und sonnig.

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Meine Empfehlung: Quarzsand hilft besonders gut Wasser in der Erde durchzulassen, so dass die Pflanzen atmen können.

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Für Töpfe nutze ich eine luftige, strukturstabile Mischung. Ich verwende dafür gerne die Bio-Kräuter- & Aussaaterde und mische bei mediterranen Kräutern noch etwas Sand unter*, damit Wasser schneller abläuft.

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Mein Tipp: Diese Erde ist meine Basis für alle Topfkräuter. Bei Lavendel & Co. mische ich einfach eine Handvoll Sand unter, das lieben sie.

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Pflegetipps für gesundes Wachstum

Gieße lieber seltener, dafür durchdringend. Staunässe im Winter ist der häufigste Ausfallgrund. Düngen reicht bei mir eine leichte Kompostgabe im Frühjahr; zu viel Stickstoff macht die Pflanzen weich und frostempfindlich.

Holzige Kräuter schneide ich im zeitigen Frühjahr zurück, nicht im Spätherbst. Ein leichter Formschnitt nach der Blüte hält sie kompakt. Regelmäßiges Ernten fördert frischen Austrieb – das funktioniert super.

Winterschutz: So bringen Sie Ihre Kräuter sicher durch die kalte Jahreszeit

Schutzmaßnahmen im Gartenbeet

Im Beet sorge ich vor allem für trockene Füße und einen leichten Schutz gegen Kahlfrost. So gehe ich vor:

  • Mulch aus trockenem Laub und etwas Reisig um die Staudenbasis, bei verholzenden Kräutern nur dünn.
  • Ein atmungsaktives Vlies über empfindlicheren Kräutern bei Dauerfrost.
  • Bei Rosmarin und Salbei die Triebe locker zusammenbinden, damit Schnee und Wind weniger Angriffsfläche haben.
  • Auf Beeten mit schwerem Boden kleine Hügel anlegen, damit Wasser ablaufen kann.

Ich habe festgestellt, dass ein geschützter Platz an einer Hauswand oder Mauer gerade in kalten Wintern Wunder wirkt.

Kräuter im Topf überwintern

Töpfe frieren schneller durch als Beete. In meiner Erfahrung klappt Überwintern im Topf so am besten:

  • Nur frostfeste Töpfe verwenden und diese auf Holzleisten oder Topffüße stellen.
  • Topfwand mit Jute oder Kokosmatte umwickeln, die Oberfläche mit Reisig abdecken.
  • Windgeschützten Standort wählen (z. B. nah an einer Hauswand, kein Regenschatten mit Staunässe).
  • Untersetzer im Winter weglassen, damit kein Wasser stehen bleibt.
  • Sehr empfindliche Kräuter hell und frostfrei stellen (z. B. ungeheizter Flur oder Garage mit Fenster).

Rosmarin übersteht milde Winter draußen mit Schutz; bei angekündigten Kältewellen stelle ich den Topf kurzfristig frostfrei.

Pflege im Winter

Gieße nur an frostfreien Tagen, gerade Töpfe trocknen sonst aus. Nicht düngen, nicht groß zurückschneiden – nur Abgebrochenes entfernen. Denkt daran: Kälte ist selten das Problem, nasse Wurzeln sind es.

Wenn der Schnee schwer auf den Pflanzen liegt, schüttle ich ihn vorsichtig ab. Im Frühling dann der Startschuss: Mulch wegräumen, leicht lockern, zurückschneiden – und die Kräuter legen wieder los.

FAQ

Welche Kräuter sind winterhart und welche kann ich ohne großen Schutz draußen lassen?

Aus meiner Erfahrung sind Kräuter wie Schnittlauch, Thymian, Oregano, Salbei, Lavendel und viele Minzsorten in den meisten mitteleuropäischen Gärten zuverlässig winterhart. Wichtig ist allerdings, dass Standort und Boden stimmen: gut drainierter Boden und ein etwas geschützter Standort helfen den Pflanzen oft mehr als reine Sortenangaben. In meinem Garten überstehen diese Kandidaten selbst härtere Fröste, solange sie vor Staunässe geschützt sind.

Wie wähle ich die richtigen winterharten Kräuter für Balkon, Kübel oder Kräutergarten aus?

Ich achte zuerst auf Standortbedingungen: volle Sonne oder Halbschatten, Windschutz und wie viel Platz die Pflanze braucht. Für Balkon oder Kübel eignen sich robuste Sorten wie Thymian, Schnittlauch und winterharte Minze; größere Stauden wie Salbei oder Lavendel lieber in den Gartenboden setzen oder sehr große Töpfe verwenden. Aus meiner Erfahrung zahlt sich die Wahl heimischer, gut etablierten Sorten aus, weil sie weniger Zusatzschutz brauchen.

Wann und wie pflanzt du winterharte Kräuter, damit sie gut überwintern?

Ich pflanze am liebsten im Frühjahr oder früh im Herbst, damit die Pflanzen noch Zeit haben, Wurzeln zu bilden, bevor der Boden dauerhaft friert. Achte auf lockeren, durchlässigen Boden und mische bei schweren Böden etwas Sand oder Kies unter; bei Kübeln verwende ich hochwertige Kräutererde mit gutem Abzug. Ich habe festgestellt, dass Pflanzen, die gut angewachsen sind, den Winter deutlich besser überstehen.

Brauchen winterharte Kräuter im Winter besondere Pflege wie Gießen oder Rückschnitt?

Die Pflege ist meist gering: Gießen nur bei langen Frostpausen und sehr trockenen Phasen, sonst eher sparsam, damit keine Staunässe entsteht. Einen leichten Rückschnitt mache ich im Spätherbst oder im Frühjahr, abgestorbene Triebe entferne ich sobald das Wetter milder wird. In meinem Garten vermeide ich späte Düngergaben, damit die Pflanzen nicht noch einmal austreiben und frostgefährdet sind.

Welche einfachen Schutzmaßnahmen empfiehlst du, wenn es sehr kalt wird oder es lange Frostperioden gibt?

Mulchen mit Stroh oder Laub schützt die Wurzelzone gut und reduziert Frostwechsel, das habe ich oft angewendet und gute Erfolge damit. Töpfe stelle ich bei extremen Minustemperaturen an geschützte Stellen oder grabe sie ein, und empfindliche Pflanzen bedecke ich mit Vlies (kein dichter Plastikbeutel), um sie vor Wind und Eis zu schützen. Wenn alles nichts hilft, lasse ich empfindlichere Kräuter wie z.B. zarten Rosmarin drinnen überwintern — das rettet viele Pflanzen.